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Mit Welpen anders sprechen - Neues aus der Wissenschaft

Die Mehrheit der Hundebesitzer kennt es: Wir sprechen mit unseren Hunden genauso wie wir mit unseren Babys sprechen. Wir sagen niedliche, sinnfreie Dinge  in einer hohen und langsamen Stimme. Wissenschaftler aus USA, Kanada und Frankreich haben nun herausgefunden, dass diese direkte Ansprache Welpen gut finden und darauf reagieren.

 

Mit Welpen mit hoher, lieblicher Stimme sprechen

Es gibt schon einige Studien, die zeigen, dass wir anders zu Hunden sprechen als zu Menschen. Sprechen wir unsere Hunde direkt an, verändert sich die Satzstruktur, die Sätze werden kürzer und einfacher. Dies machen wir immer, wenn wir nicht sicher sind verstanden zu werden oder eben wenn wir zu Kleinkindern und Babys sprechen. Diese Art zu Reden hilft Welpen Wörter zu lernen, genauso wie das Lernen bei Babys stattfindet.

Wie sind die Wissenschaftler vorgegangen?

Um Herauszufinden wie Hunde auf menschliche Ansprache reagieren, haben die Wissenschaftler 30 Frauenstimmen aufgenommen. Diese haben bei der Aufnahme auf ein Hundefoto gesehen und dabei folgende Phrasen gesagt: „Hi! Hallo! Feiner Bursche! Komm! Fein! Ja! Komm her, Liebling! Sehr gut gemacht!“. Die Wissenschaftler hatten befürchtet, dass die Frauen gegenüber Hunden improvisieren würden, weshalb Hundefotos zum Einsatz kamen. Die Frauen haben die Phrasen gegenüber Personen wiederholt.

Als die Wissenschaftler die Stimmen gegenüber Hunden und Personen verglichen, hat sich herausgestellt, dass Frauen gegenüber erwachsenen Hunden und Welpen mit einer ausgeprägten, erhöhten und singenden Stimme sprechen. Unverkennbar war, dass die Stimme gegenüber Welpen höher war.

Als nächstes haben die Wissenschaftler die Stimmen in kurzen Tests mit 10 Welpen und 10 erwachsenen Hunde eines New Yorker Tierheims vorgespielt und ihre Reaktionen aufgenommen. 9 von 10 Welpen haben stark auf die Stimmen reagiert, indem sie bellend auf die Lautsprecher zugerannt sind. Einige haben sogar die Haltung zur Spielaufforderung gezeigt. Was haben aber die erwachsenen Hunde gemacht? Sie haben überhaupt nicht reagiert. Laut den Wissenschaftlern, haben sie einen kurzen Blick Richtung Lautsprecher geworfen und die Stimmen ignoriert.

Die Wissenschaftler sind sich nicht sicher, weshalb die erwachsenen Hunde so desinteressiert waren. Möglich ist, dass sie echte Menschen oder bekannte Stimmen benötigen um zu reagieren. Für Welpen ist allerdings klar: Mit einer überspitzten und erhöhten Ansprache erhalten wir die Aufmerksamkeit der Welpen.

Einiges ist also noch unklar, auch warum Welpen auf die erhöhten Stimmen reagieren. Ist es ein angeborener Instinkt oder ein Lernprozess? Haben die Wörter in der direkten Ansprache für die Welpen eine Bedeutung oder nicht?

Gesten – ein wichtiges Kommunikationsmittel

Neben der Stimme sind aber Gesten ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel. Wer damit schon einmal gearbeitet hat, kann dem nur zustimmen. Schon ab dem Welpenalter reagieren Hunde auf Gesten, wie das Zeigen auf einen Punkt. Dies kann jeder selbst testen. Setzen Sie zwei gleiche Tassen mit jeweils einem versteckten Leckerchen auf den Boden. Der Hund sollte selbstverständlich von den versteckten Leckerchen nichts wissen. Nun zeigen Sie auf eine der Tassen während Sie Augenkontakt zu den Hunden herstellen. Ihr Hund wird den Gesten folgen und herausfinden wollen, was Sie ihm zeigen möchten.

Gesten verstehen Hunde als ein Versuch zu kommunizieren. Dies ist faszinierend, da selbst unsere engsten Verwandten aus der Tierwelt, die Schimpansen, die eben vorgestellte Situation nicht verstehen würden. Dieses gilt auch für Wölfe, die engsten Verwandte der Hunde, selbst wenn sie wie Hunde  in einer menschlichen Umgebung aufgewachsen sind.

Aus diesen Fakten schließen Wissenschaftler, dass sich die Fähigkeiten und Verhaltensmuster von Hunden an die menschliche Umgebung angepasst haben. Das Zusammenleben seit zehntausenden von Jahren hat dazu geführt, dass Hunde Kommunikationsfähigkeiten entwickelt haben, die so gut sind wie die eines Kindes.

Nichtsdestotrotz gibt es deutliche Unterschiede, wie Hunde und Kinder unsere Kommunikation verstehen. Die Theorie: Hunde verstehen im Gegensatz zu Kindern das Zeigen als  eine Art sanftes Kommando, welches ihnen zeigt, wohin sie gehen müssen. Kinder verstehen Zeigen als Information.

Dieses Verständnis von menschlicher Kommunikation zeigt ein perfektes Anpassen an die menschliche Lebenswelt. Schon vor tausenden von Jahren wurden Hunde beim Jagen und Hüten mit Gesten über weite Distanzen angewiesen. Die letzten Forschungsergebnisse zeigen, dass Hunde nicht nur Gesten erkennen, sondern eine besondere Sensibilität für die menschliche Stimme entwickelt haben.

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