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Therapiehunde für Kinder - wie der tierische Freund helfen kann

Der positive Einfluss von Tieren auf das Gemüt und die Gesundheit sind wissenschaftlich erwiesen. Bereits Sigmund Freud soll seine Chow Chow Hündin in seine Sitzungen mitgenommen haben, weil er eine beruhigende Wirkung des Tieres auf seine Patienten feststellen konnte. Daher gibt es immer mehr Therapiehunde, die professionell Gutes für die Menschen tun. In England und den USA wird bereits eine Vielzahl an Tieren zu pädagogischen und therapeutischen Zwecken eingesetzt. Doch auch in Deutschland sind gerade in der Kindertherapie viele Hunde im Einsatz.

Therapiehunde machen Kinder glücklich

Einsatzgebiete für einen Therapiehund

Die positive Wirkung von Hunden wird in vielen Bereichen des menschlichen Lebens genutzt. Die Einsatzgebiete für Therapietiere reichen von Kindergärten und Schulen über Seniorenzentren bis hin zu Hospizen. Inzwischen wird auch die Diskussion über Hunde in Krankenhäusern immer lauter. Ausgelöst wurde dies 2015 durch die Nachricht über eine Hündin, die in Tel Aviv in einem Krankenhaus aufgenommen wurde, weil sie ihrem Besitzer nicht von der Seite weichen wollte. Hunde, die in der tiergestützten Therapie eingesetzt werden, dürfen inzwischen in den meisten Krankenhäusern Menschen besuchen. Für private Tiere ist dies in Deutschland aufgrund der Hygienevorschriften noch nicht möglich.

Gründe für die positive Wirkung von Hunden

    • Sie verhalten sich allen Menschen gegenüber gleich. Ihre Zuneigung ist bedingungslos.
    • In ihrem Verhalten unterscheiden sie nicht zwischen Jung und Alt oder Gesund und Krank. Stattdessen sind sie allen gegenüber offen und freundlich.
    • Hunde sind Motivatoren, weil sie zu körperlicher und geistiger Aktivität ermuntern.
    • Der Umgang mit einem Tier fördert das Selbstbewusstsein und erleichtert den Kontakt zu fremden Menschen.
    • Durch den Kontakt mit einem Hund wird ein Beziehungshormon (Oxytocin oder „Kuschelhormon“) ausgeschüttet, das auch für die Bindung zwischen Mutter und Kind verantwortlich ist. Des Weiteren wird vermehrt das Glückshormon Serotonin produziert, das einen positiven Einfluss auf die menschliche Psyche besitzt.
    • Die bloße Anwesenheit eines Hundes kann bewirken, dass der Körper deutlich weniger Cortisol (Stresshormon) ausschüttet. Dadurch wird der Blutdruck gesenkt und der Mensch kann sich besser entspannen.

Was leisten Hunde in der Kindertherapie?

Viele Therapiehunde werden in Kindergärten eingesetzt, um Kindern zu helfen, leichter Beziehungen zu knüpfen. Einen wichtigen Beitrag leisten die Tiere außerdem bei der Entwicklung von Motorik und sozialem Verhalten. Auch beim Sprechen lernen kann der Hund helfen, indem ein Kind mit Sprachschwierigkeiten gezwungen ist, deutlich zu reden, damit er Kommandos befolgen kann. Führt das Tier korrekt aus, was das Kind von ihm möchte, wird es mit Stolz erfüllt. Auf diese Weise strengt es sich gerne an und gibt sich automatisch mehr Mühe beim Sprechen. Beim gemeinsamen Gassigehen lernen die Kinder auf spielerische Weise, Verantwortung zu übernehmen. Zudem wird ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Darüber hinaus kann ein Therapiehund auch Kindern helfen, die unter psychischen und physischen Erkrankungen leiden oder die von Behinderungen betroffen sind. Sitzt ein Kind im Rollstuhl, hilft ihm ein Therapiebegleithund den Alltag zu meistern. Er bringt Gegenstände, hebt heruntergefallene Sachen auf und hilft beim Ausziehen. Bei Essstörungen können die Tiere als Wegbereiter für die eigentliche Therapie dienen, weil sie dafür sorgen, dass die Kinder Vertrauen fassen und sich öffnen. Die körperliche Nähe und das Streicheln des Hundes tragen außerdem dazu bei, dass die kleinen Pateinten ihr Körpergefühl wieder entdecken. Einen wichtigen Beitrag leistet ein Therapiehund bei Kindern, die an Diabetes Typ 1 erkrankt sind. Er erkennt, dass der Blutzuckerspiegel sinkt, und warnt rechtzeitig, bevor eine lebensbedrohliche Bewusstlosigkeit eintreten kann. Dies ermöglicht den Kindern auf weitgehend normale Weise am Leben teilzunehmen.

Wo Therapiehunde außerdem helfen:

    • ADHS
    • Angstzustände
    • Depression
    • Traumata
    • Bindungsstörungen
    • Palliativmedizin

Welche Hunde sind für die Therapie geeignet?

In den meisten Fällen werden Therapiehunde bereits als Welpe für ihre besondere Aufgabe ausgewählt. Die Ausbildung beginnt dann ebenfalls bereits in jungen Jahren, damit der Hund quasi in seinen Job hineinwachsen kann. Doch auch erwachsene Hunde können noch als Therapiehunde ausgebildet werden. Dies muss allerdings sehr konsequent und zielführend ablaufen. Die Einschränkung auf bestimmte Rassen ist normalerweise nicht gegeben, weil das Gemüt und der Arbeitswille entscheidend sind. Dennoch eignen sich Hunde besonders gut, die aufgrund ihrer Gene einen enge Bindung zum Menschen aufbauen und einen sogenannten Will-to-please (ein Bedürfnis zu gefallen) besitzen. Dazu gehören Hüte-, Gesellschafts- und Begleithund ebenso wie einige Jagdhunde (z.B. Retriever, Magyar Vizslas). Entscheidender bei der Therapiehundausbildung ist, dass schnell eine enge Bindung zwischen Mensch und Tier aufgebaut werden kann.

Wichtige Eigenschaften für die Tiertherapie:

  • Wesensfestigkeit
  • Gelassenheit in verschiedenen Situationen
  • Folgsamkeit
  • Gelehrigkeit
  • Aufmerksamkeit
  • Arbeitswille
  • Geduld
  • Kommunikationsfreude
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