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Giftköder – was können Hundebesitzer tun?

Es ist für jeden Hundebesitzer ein Horrorszenario, wenn der vierbeinige Liebling durch Giftköder vergiftet oder verletzt worden ist. Dass dies ein sehr emotionales Thema ist, das leider in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat, merkt man auch am häufigen Giftköder-Alarm in den sozialen Medien. Auf verschiedenen Plattformen sind längst Gruppen gegründet worden, in denen sich über potentielle Gefahrenstellen ausgetauscht wird. Auch Apps sind inzwischen entwickelt worden, welche die Hundebesitzer vor Giftködern warnen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass ein Hund vergiftet wird. Was sollten Sie außerdem wissen, damit Sie Ihren vierbeinigen Freund schützen können?

Giftköder schnell erkennen
  1. Was sind Giftköder?

Dabei handelt es sich um Leckereien wie beispielsweise Wurst oder Fleisch, die mit Gift oder scharfkantigen Gegenständen bestückt sind. Des Weiteren gab es auch schon Funde von Hundespielzeug, das entsprechend präpariert worden ist, um den Tieren absichtlich zu schaden.

Weitere Beispiele:

-          Feuchtfutter

-          Hackfleisch

-          Schnitzel

-          Leberwurst

Die Giftköder werden bevorzugt an Wegen ausgelegt, auf denen viele Hunde unterwegs sind (z.B. Parks, Hundefreilaufzonen, beliebte Wiesen- und Waldwege). Damit sie nicht sofort entdeckt werden, befinden sie sich meistens im hohen Gras, im Gebüsch und unter Hecken.

Darüber hinaus gibt es auch Giftköder, die nicht aus bloßer Willkür ausgelegt werden. Dabei handelt es sich um Mäusegift, das von Bauern verwendet wird, nicht um Hunde zu vergiften, sondern um Schäden auf ihren Feldern durch Mäuse zu verhindern. Diese müssen ordnungsgemäß mit sogenannten Legeflinten direkt in die Nester oder in verschlossene Köderstationen gelegt werden. Einige Bauern warnen mittels Schildern vor der Gefahr durch diese Giftköder, jedoch ist dies nicht immer der Fall. Zudem können sich Hunde nicht nur durch den Köder selbst vergiften, sondern ebenfalls, wenn sie eine vergiftete Maus fressen.

Giftköder im Überblick:

Giftköder

 

Eigenschaften

 

Symptome

 

Zinkphosphid
  • Giftlinsen, Giftweizen
  • Wird von Bauern als Mäusegift ausgelegt
  • Sofortige Wirkung nach oraler Aufnahme Apathie
  • Ataxie
  • Unruhe
  • Erregung
  • Heulen
  • Krämpfe
  • Erbrechen
  • Kreislaufschwäche
  • Bläulich verfärbte Haut und Schleimhäute
Insektizide
  • Schneckenkorn, Lindan
  • Wirkung nach ca. 30-60 Minuten
  • Unruhe
  • Schnelle Atmung
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Im Erbrochenen farbiges Giftgranulat und Blut
  • Zittern
  • Fieber
  • Koordinationsschwierigkeiten
Herbizide
  • Deiquat, Paraquat

 

  • Erbrechen
  • Schmerzen im Magenbereich
  • Durchfall
  • Verätzungen im Mund-Rachenbereich
  • Beeinträchtigung der Herzfunktion
Rodentizide
  • Rattengift, Cumarin
  • In verschiedenen Farben und Formen möglich
  • Meist zeitverzögernde Wirkung innerhalb von 48 Stunden
  • Wirkung auch schon nach 3 bis 4 Stunden möglich
  • Unruhe
  • Erbrechen
  • Schaum und/ oder Blut im Erbrochenen, evtl. auch Giftkörner
  • Bläulich verfärbte Zunge
  • Blasses Zahnfleisch
  • Durchfall
  • Blut im Urin
  • Blut im Stuhlgang
  • Atembeschwerden
  • Krämpfe
  • Muskelzittern
  • Absinkende Temperatur
  • Apathie
  • Bewusstlosigkeit

 

Frostschutzmittel
  • Glysantin, Ethylenglycol
  • Erste Symptome nach ca. 30 Minuten
  • Gereizte Schleimhäute
  • Erbrechen
  • Zustand ähnlich einem Alkoholrausch
  • Koordinationsstörungen (Ataxie)
  • Schläfrigkeit
  • Bewusstlosigkeit
  • Koma
scharfkantige Gegenstände
  • Rasierklingen, Scherben, etc.
  • Verletzungen an der Zunge und Mundhöhle, sowie in der Speise-/Luftröhre und im Magen-Darm-Trakt

 

  1. Maßnahmen gegen Giftköder

Vorausschauendes Gassigehen Da sie normalerweise versteckt sind, werden Sie leider die meisten Giftköder nicht selbst entdecken. Daher müssen Sie immer aufmerksam sein, was Ihr Hund gerade tut. Auch wenn er ganz normal im Gras schnüffelt und scheinbar nichts Gefährliches macht, sollten Sie ihn genau beobachten. Sobald er etwas aufnimmt, sollten Sie dies durch ein entsprechendes Kommando oder beherztes Eingreifen verhindern. Können Sie dies nicht unterbinden, können Sie Ihrer Fellnase einen Maulkorb gegen Giftköder anlegen. Auch wenn Sie nicht im Park unterwegs sind, sondern in der freien Natur, ist es wichtig, dass Sie aufmerksam sind. Gefahr droht – wie oben bereits erörtert – auch durch Mäusegift, das Bauern auf ihren Feldern auslegen. Daher sollte Ihr Hund im Sommer nicht auf den Feldern stöbern gehen und herumbuddeln. Aus Rücksichtnahme sollte dies grundsätzlich unterbunden werden, wenn die Felder bestellt und noch nicht abgeerntet sind.

Körpersprache des Hundes beobachten Grundsätzlich gilt: Läuft Ihr vierbeiniger Freund entspannt mit erhobenem Kopf und zeigt seine Rute gerade und ausbalanciert nach hinten, ist alles in Ordnung. Sobald er jedoch den Kopf senkt und aufgeregt umherschnüffelt, ist Vorsicht geboten. Folgt er schließlich einer Spur, sollten Sie bereit sein, um rechtzeitig eingreifen zu können.

Trainieren Eine entscheidende vorbeugende Maßnahme ist auch der Hundegehorsam. Wichtigen Kommandos wie „Hier“ und „Aus“ sollte Ihre Fellnase sofort Folge leisten können. Ist dies (noch) nicht der Fall, sollten Sie mit ihm trainieren. Dabei kann zum Beispiel eine Schleppleine  helfen, die Ihrem Hund einen gewissen Freilauf und Ihnen einen Zugriff im Notfall ermöglicht. Möchten Sie einen als Schutz einen Maulkorb gegen Giftköder verwenden, sollten Sie mit Ihrem Hund das Anlegen trainieren. Nicht jedes Tier lässt dies einfach so über sich ergehen und viele versuchen den Maulkorb wieder abzustreifen. Ein entsprechendes Training zuhause hilft dabei, dass Ihre Fellnase diesen gerne trägt und nicht als störend empfindet. Wichtig für Sie zu wissen: Der Maulkorb sollte weit genug sein, damit der Hund noch hecheln und trinken kann.

  1. Was sollten Sie bei Vergiftungserscheinungen tun?

Nicht jeder Giftköder macht sich sofort bemerkbar, nachdem das Tier ihn gefressen hat. Bei manchen dauert es einige Zeit, bis die ersten Symptome auftreten und Sie erkennen können, dass Ihr Hund vergiftet worden ist. Haben Sie mitbekommen, dass Ihr vierbeiniger Liebling etwas aufgenommen hat, sollten Sie zur Sicherheit zum Tierarzt gehen. Wichtig ist auch, dass Sie etwas von dem Giftköder mitnehmen, falls der Hund nicht alles gegessen hat oder noch weitere ausliegen. Dadurch kann der Tierarzt das Gift analysieren und eine passende Behandlung durchführen. Manche Gifte erfordern ein Gegengift, andere wie beispielsweise Schneckenkorn machen eine rasche Entgiftung notwendig. Hat Ihr Hund scharfe Gegenstände verschluckt, hilft nur eine Operation. Manchmal kommt es auch vor, dass Hunde Giftköder unbemerkt fressen. Daher sollten Hundebesitzer Ihre Tiere immer gut beobachten und auf Veränderungen in Ihrem Verhalten achten. Leider gibt es bei Giftködern keine Erste-Hilfemaßnahmen und Hausmittel wie Kohle oder Sauerkraut können medizinische Maßnahmen erschweren. Bringen Sie stattdessen Ihren Hund sicher in die Tierklinik und kümmern Sie sich während der Fahrt um ihn. Dadurch können Sie verhindern, dass er beispielsweise beim Erbrechen erstickt.

  1. Vorgehensweise bei Giftköderfund

Wenn Sie einen Giftköder finden, sollten Sie natürlich zunächst Ihren Hund davon fernhalten. Anschließend fotografieren Sie den Fundort und verwahren den Köder in einem Plastikbeutel, in einer Box oder einem anderen geeigneten Gegenstand. Danach gehen Sie mit Ihrem Fund zur Polizei und erstatten Anzeige gegen Unbekannt. Da Giftköder auch für andere Lebewesen wie Wildtiere sowie für Kinder gefährlich sein können, muss die Polizei darauf reagieren.

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