0 Artikel | 0,00 €

Wunderwerk Hundenase

Jeder Hundebesitzer weiß, wie wichtig die Nase für seinen Hund ist. Ob beim täglichen Gassigehen, beim Spielen, Essen oder Training, sobald ein Hund seine Nase einsetzen kann, ist er hellwach und zufrieden. Warum die Nase das wichtigste Sinnesorgan für einen Hund ist, ist auch nicht verwunderlich. Denn Hundenasen sind 10.000- bis 100.000-mal sensibler als die unseren. Hunde besitzen 1.000- bis 10.000-mal mehr Geruchsneuronen als Menschen. Selbst Hunde mit einer kurzen Schnauze riechen besser als Menschen. Allerdings führt eine lange Nase beim Hund dazu, dass er auch besser riecht. Lange Nasen transportieren nämlich die Luft sehr effizient zu den Geruchsneuronen. Dies erlaubt ihnen schon die kleinsten Mengen von Chemikalien oder Drogen zu bemerken. Das Hundegehirn ist außerdem auf Geruchserkennung spezialisiert. Der Anteil am Hundegehirn, der auf Gerüche spezialisiert ist, ist 40-mal größer als beim Menschen.

Hundenase - ein Wunderwerk

Werfen wir einen genaueren Blick auf das Innere einer Hundenase. Dort finden sich mit Nasenschleimhaut überzogene Knochenlamellen, die sogenannte Nasenmuschel, die das Luftvolumen regulieren. Nehmen wir ein Mikroskop zu Hand sehen wir dort eine dicke, schwammige Membran, welche sowohl die meisten der geruchsempfindlichen Zellen als auch die Nerven, die die Informationen zum Hundegehirn transportieren, besitzt. Zum Vergleich: der Mensch besitzt eine Fläche mit diesen Geruchsanalysten von etwa einer Briefmarke, der Hund dagegen annähernd eine Fläche eines A4-Blattes.

Warum ist die Hundenase feucht?

Für eine feuchte Hundenase gibt es mehrere Gründe. Erstens, viele Hunde lecken ihre Nase regelmäßig ab. Sie lecken ihre Nase um sich abzukühlen, aber auch um Gerüche in ihrer Umgebung besser aufnehmen zu können. Nach dem Essen gehört außerdem eine Säuberung und Pflege der Nase zum täglichen Ritual. Zweitens besitzen Hunde im Gegensatz zum Menschen einige schweißproduzierende Drüsen an der Nase. Schweißdrüsen befinden sich beim Hund hauptsächlich auf den Pfoten, einige wenige sitzen aber auch auf der Nase. Drittens sammeln Hunde beim Schnüffeln am Boden, im Grass oder an Pflanzen Feuchtigkeit auf.

Ist die Hundenase ein Indikator für Krankheiten?

Die übliche Vorstellung, dass gesunder Hund eine kalte, feuchte Nase und ein kranker Hund eine heiße, trockene Nase hat, ist falsch. Die Temperatur der Hundenase verändert sich im Laufe des Tages ständig. Warum das so ist, ist nicht bekannt. So kann ein vollkommen gesunder Hunde eine warme und trockene Hundenase haben und ein wirklich kranker Hund (wir denken da an Herzkrankheiten und ernsthaften Verletzungen) eine kalte und feuchte Nase haben. Die Feuchtigkeit oder Temperatur ist also kein Indikator für eine Krankheit. Bessere Indikatoren für eine Krankheit sind die Verweigerung von Essen und Trinken oder ungewöhnliches Verhalten.

Identifikation via Nasenabdruck?

Wie jeder Mensch mittels Fingerabdruck identifiziert werden kann, ist beim Hund die Nase quasi der Fingerabdruck. Jeder Hundenase ist einzigartig und es gibt keinen Hundenasenabdruck der dem anderen gleicht. Seit bald 100 Jahren verwenden Hundeclubs die Hundenase zur Identifikation. Der Canadian Kennel Club akzeptiert zum Beispiel den Nasenabdruck seit 1938. Einige Stellen in den USA haben diesen Identifikationsbeweis in den letzten Jahren eingeführt, um verlorengegangene Hunde wieder nach Hause zu bringen. Für viele ist den Nasenabdruck verlässlicher als eine Hundemarke oder ein Chip.

Können Hunde unsere Gefühle und Krankheiten riechen?

Sowohl Menschen als auch Tiere produzieren Duftstoffe, sogenannte Pheromone, um mit anderen Individuen unterschwellig zu kommunzieren. So werden zum Beispiel bei Angst bestimmte Alarm-Pheromone produziert. Die Wissenschaft geht davon aus, dass Hunde diese Geruchssignale wahrnehmen können und darauf reagieren. Ob Hunde auch Krankheiten riechen können, ist wissenschaftlich nicht belegt. Umfangreiche Studien, bei denen eine große Anzahl verschiedener Hunde teilnehmen, fehlen bisher.

TOP 10 der Hundenasen

Wir haben nun gelernt, dass die Hundenase ein kleines Wunderwerk ist. Aber einige Hunderassen können um einiges besseren riechen als andere. Die Top 10 der Schnüffler haben wir hier zusammengetragen:

10. Pointer

Der Pointer ist berühmt dafür Federvieh aufzuspüren. Jäger rühmen ihn für die beste Nase innerhalb der Pointer-Familie. Mit seiner langen, tiefen Schnauze und den großen Nasenlöchern eignet er sich perfekt für die Jagd auf Flugwild. Der Pointer hält bei der Jagd seine Nase in die Luft.

9. Deutscher Kurzhaar

Der Deutsche Kurzhaar hat einen ausgeprägten Geruchssinn und beste Fährtenfähigkeiten im Gelände. Seine lange, braune Nase befindet sich im Gegensatz zum Pointer dabei immer kurz über den Boden. Ein Deutscher Kurzhaar mit dem Namen Google unterstützt Forscher in Costa Rica Jaguarkatzen aufzuspüren und diese besser studieren zu können.

8. Coonhound

Der Coonhound ist eine US-amerikanische Hunderasse, die auf Waschbärjagden spezialisiert ist. Innerhalb der Rasse gibt es aber verschiedene Jägertypen. Zwar besitzen alle eine Supernase, aber einige verfolgen am besten frische Fährten, andere sind besser darin alte Fährten zu folgen.

7. English Springer Spaniel

Vom Englisch Springer Spaniel gibt es zwei Sorten –den Showhund und den Stöber- und Apportierhund. Der Jagdhund hat in der Vergangenheit Wild auf das offene Gelände getrieben. Heutzutage sind ihre Nasen unter anderem darauf trainiert Sprengstoff, Betäubungsmittel, Falschgeld oder menschliche Überreste aufzuspüren.

6. Belgischer Schäferhund (Malinois)

Bekannt dafür bei Polizei und Militär oder als Rettungshund im Einsatz zu sein, zeigt der Belgische Schäferhund vor allem beim Auffinden von Sprengstoff oder Leopardenkot sein Können. „Leopardenkot?“, fragt ihr euch sicherlich. Belgische Schäferhunde werden in Afrika von Tierschutzorganisationen eingesetzt, um mehr über Leoparden zu erfahren.

5. Labrador Retriever

Der Labrador als einer der beliebtesten Hunde, ist nicht nur ein toller Familienhund, sondern ist auch bekannt für seine feine Nase. Die Rasse wird bei unterschiedlichen Nasenarbeiten eingesetzt, so zum Beispiel bei Suche nach Arsen, Drogen oder Bomben.

4. Deutscher Schäferhund

Der Treib- und Hütehund besitzt 225 Millionen Geruchsrezeptoren in seiner Nase. Damit kann er noch aus 150 m Entfernungen Duftstoffe aus der Luft filtern. Ein guter deutscher Schäferhund ist unglaublich vielseitig und arbeitet bei der Polizei, beim Militär oder für Rettungskräfte.

3. Beagle

Er ist wohl einer der kleineren Jagdhunde, aber der Beagle besitzt genauso viele Geruchsrezeptoren wie der Deutsche Schäferhund. Viele Hunde dieser Rasse folgen sowohl Gerüchen vom Boden als auch aus der Luft. Die Rasse ist nicht nur bei Jägern geschätzt, sie werden auch an Flughäfen eingesetzt um Schmuggelware aufzuspüren. Langjährig trainierte Beagle haben eine 90%ige Erfolgsrate und können fast 50 verschiedene Düfte unterscheiden.

2. Basset Hound

Wie der Name schon vermuten lässt, ist der Basset Hound franzöischen Ursprungs. Seinen Fährten folgt er direkt über dem Boden – ein Hinweis darauf findet sich in seinem Namen: Bas ist das französische Wort für gesenkt/unten. Die großen Ohren sorgen dafür, dass Gerüche vom Boden aufgenommen und zur Nase geführt werden. Seine Hautlappen am Kopf behalten die Gerüche ein.

1. Bluthund

Der Bluthund besitzt unglaubliche 300 Millionen Geruchsrezeptoren – mehr als jede andere Rasse. Seine Fähigkeiten werden bei der Personensuche, dem sogenannten Mantrailing, eingesetzt. Dabei ist er so zuverlässig, dass seine Spuren sogar vor Gericht als Beweis zugelassen werden. Sein Körperbau mit seiner großen, langen Nase ist perfekt für die Fährtensuche. Die Nasenlöcher sind groß, die langen Ohren fegen wie beim Basset Hound Gerüche vom Boden auf, lockere Haut an Kopf und Hals fangen und halten Gerüche fest. Durchhaltevermögen und Ausdauer machen ihn zu einem außergewöhnlichen Fährtenhund.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinterlasse eine Antwort