0 Artikel | 0,00 €

Gastbeitrag: Warum bellt der Hund?

Bellender Hund Bellender Hund

Hunde haben eine andere Art zu kommunizieren als wir Menschen. Zu all den feinen Signalen, mit denen Hunde kommunizieren, zählt auch das Bellen. Ein bellender Hund kann aber in der heutigen Gesellschaft leicht zu Schwierigkeiten führen – vor allem dann, wenn er zu Hause bellt. Nicht jeder Nachbar ist erfreut über einen bellenden vierbeinigen Nachbarn.

Hunde versuchen, sich durch Bellen auszudrücken. Sie freuen sich auf dem Weg zur Hundewiese lauthals, weil sie wissen, dass sie dort ihren Kumpel wieder sehen werden. Sie bellen, weil sie Angst haben, alleine zu Hause zu bleiben. Hunde bellen, um auf sich aufmerksam zu machen. Manche Hunde bellen, um ihren Spielpartner zu einer erneuten Toberunde aufzufordern. Hunde bellen, um ihr Revier zu verteidigen oder weil sie sich freuen, Dich wieder zu sehen. Diese Aufzählung könnte man fast endlos fortführen.

Doch gibt es auch unter den Hunderassen Unterschiede. Bei Wachhunden war es über Jahrzehnte sehr erwünscht, dass sie bellen und Gefahr auf dem Hof anzeigen. Manchen Jagdhunde-Rassen wurde dieses Merkmal angezüchtet, damit sie Wild lautstark anzeigen können. Und nun kommen Menschen, verlieben sich in eine Rasse, ohne sich vorher Gedanken über die Merkmale und Wesenseigenschaften der Rassen zu machen und wundern sich, dass sie nun einen bellfreudigen Hund in ihrer 2-Zimmer Stadtwohnung haben. Oder, dass sie doch nicht die Möglichkeiten haben, eine aktive Hunderasse nach ihren Ansprüchen auszulasten und der Hund anfängt, Herrchen und Frauchen lauthals um Beschäftigung zu bitten. Also sollte man sich vor der Anschaffung eines Hundes immer sehr ausführlich über die jeweilige Rasse informieren und sich überlegen, ob die Rasseeigenschaften zu dem Lebensumständen passen.

Doch gibt es auch in Sachen Hundeerziehung einiges was man bedenken sollte. Bekommt ein Hund Aufmerksamkeit von seinem Besitzer, wenn er bellt, wird er dieses Verhalten häufiger zeigen. Ein Hund lernt durch Erfolg und Misserfolg. Lohnt es sich zu bellen (er bekommt Aufmerksamkeit) wird er es wiederholen. Viele Hundebesitzer gehen auf ihren Hund erst ein, wenn er bellt, wenn er also bereits Aufmerksamkeit einfordert. Viel leichter ist es allerdings, sich mit seinem Hund zu beschäftigen, wenn er nicht bellt und ihn zu ignorieren, wenn er bellt. Man wendet sich ihm also erst wieder zu, wenn er still ist. So wird er das lohnende Verhalten (das still sein) wieder und das auffordernde Bellen nach und nach immer seltener zeigen. Achtung: Auch Schimpfen und Augenkontakt zählt zu Aufmerksamkeit!

Hunde bellen auch aus Angst oder Unsicherheit. Bestätige Deinen Hund in diesen Situationen nicht und versuche ihn nicht durch Streicheln zu beruhigen. Denn Streicheln erzielt genau das Gegenteil. Dein Hund wird sich in seiner Angst bestätigt fühlen. Zeige Deinem Hund souverän, dass er vor dem „komischen Ding“ keine Angst zu haben braucht. Schaue es Dir gemeinsam mit Deinem Hund an. Das gibt Deinem Hund Sicherheit! Wenn Du Deinen ängstlichen oder unsicheren Hund in so einer Situation anmeckerst oder zurechtweist , wird er unsicherer werden und keinesfalls ein selbstbewusster Hund, der seine Umwelt sicher meistern wird.

Du siehst, ein Hund hat viele Gründe zu bellen. Wenn wir verstehen, warum er bellt und wir uns mit unserem Hund auseinander setzen, steht einem harmonischen Miteinander nichts im Wege.

Besucht die Autorin Nina Adebahr auch auf www.hundetrainerblog.de.

Hinterlasse eine Antwort